Genau das erleben viele Reisende aktuell auf Strecken Richtung Dubai und Abu Dhabi und weiter nach Indien, Südostasien oder Australien.
Der Grund ist selten „schlechtes Wetter“, sondern oft Geopolitik: Airlines meiden bestimmte Lufträume im Nahen Osten, selbst wenn diese offiziell wieder geöffnet sind. Das sorgt für längere Flugzeiten, mehr Verspätungsrisiko – und vor allem für kritische Umstiege, wenn du knapp geplant hast.
In diesem McFlight-Guide bekommst du eine klare Einordnung und einen Plan, der dir Urlaubstage und Anschlussflüge rettet.
1) Was passiert gerade im Luftraum – und warum fliegen Airlines Umwege?
Meidung von Iran/Irak trotz (teilweiser) Öffnung
Aktuell ist ein zentrales Thema, dass viele internationale Airlines Iran und Irak im Nahen Osten weiterhin umfliegen, obwohl der iranische Luftraum nach einer kurzfristigen Schließung wieder geöffnet wurde. Genannt werden dabei auch europäische Airlines und es gibt Hinweise auf staatliche Empfehlungen, bestimmte Lufträume zu meiden (u. a. aus Deutschland).
Warum das so ist
Aus Airline-Sicht geht es um Risikomanagement: Konfliktzonen, mögliche Eskalationen, Fehlidentifikationsrisiken und in manchen Regionen auch Störungen wie GPS-Interferenzen. Luftfahrtbehörden und Sicherheitsorganisationen veröffentlichen dazu fortlaufend Hinweise/Advisories für Betreiber.
Was stattdessen passiert: Routen über Zentralasien – und teils Tank-/Crew-Stops
Wenn Iran/Irak nicht genutzt werden, führen viele Strecken über alternative Korridore (z. B. Afghanistan/Zentralasien). Das kann je nach Strecke so viel Extra-Zeit bedeuten, dass Airlines technische Stopps (z. B. für Treibstoff oder Crew) einlegen müssen, etwa im Mittelmeerraum.
2) Was bedeutet das für dich als Passagier?
A) Längere Blockzeit – auch wenn „die Strecke gleich bleibt“
Mehr Umweg heißt:
- späterer Ankunftszeitpunkt
- höheres Risiko, dass Umstiege nicht mehr passen
- größerer Pufferbedarf bei Terminen, Mietwagen, Hotel-Check-in
B) Mehr Verspätungen (Ketteneffekt)
Umwege = mehr Flugzeit = engerer Umlaufplan. Kommt ein Flug verspätet rein, startet der nächste oft ebenfalls später. Das ist besonders spürbar bei dicht getakteten Hub-Wellen (z. B. abends).
C) Kritischer Punkt: Umstiege
Die häufigste „Urlaubs-Katastrophe“ ist nicht die längere Flugzeit – sondern der verpasste Anschluss:
- knappe Umsteigezeiten werden bei Umwegen plötzlich zu knapp
- Terminalwechsel + Sicherheitskontrolle + Boarding-Schluss sind die Stressfaktoren
D) Nachtflüge fühlen sich „härter“ an
Wenn ein Nachtflug durch Umwege länger wird, verschiebt sich dein Schlafrhythmus stärker. Bei Business-Trips kann das den nächsten Tag komplett kippen.
3) Die McFlight-Strategie: So planst du Umstiege jetzt sicher
Schritt 1: Plane Puffer wie ein Profi (nicht wie ein Optimist)
Wenn deine Route über einen Hub führt (z. B. DXB/DOH/AUH oder europäische Drehkreuze), dann gilt aktuell:
- Minimum: 2:00–2:30 Stunden Umsteigezeit (bei international → international)
- Entspannt: 3:00+ Stunden, wenn du Terminalwechsel, erneute Security oder „letzte Welle am Abend“ hast
Je knapper du planst, desto öfter wird „eigentlich machbar“ zu „Gate zu, Pech gehabt“.
Schritt 2: Wenn möglich: Ein Ticket statt getrennte Buchungen
Bei getrennten Tickets bist du bei verpasstem Anschluss oft auf dich gestellt. Auf einem durchgehenden Ticket sind Umbuchungen meist deutlich einfacher, weil die Airline die gesamte Reise „besitzt“.
Schritt 3: Sortiere bei der Suche nicht nur nach Preis – sondern nach „frühester Ankunft“
Gerade bei Umwegen ist „günstigster Flug“ oft der mit dem knappsten Anschluss. Besser:
- Filter nach Gesamtreisezeit
- oder sortiere nach frühester Ankunft
Schritt 4: Baue einen Plan B ein: Alternativ-Airports und zweite Hub-Option
Wenn du ab Deutschland fliegst, kann ein anderer Startflughafen (z. B. statt FRA auch MUC/DUS/HAM/BER) plötzlich die bessere Umsteige-Logik ergeben. Gleiches gilt bei Zielen: manchmal ist ein alternativer Zielflughafen + Zug/Transfer die stressfreiere Lösung.
Schritt 5: Nachtflug? Dann umso mehr Puffer beim Anschluss
Bei Nachtflügen ist jede Verzögerung psychologisch teurer. Wenn du morgens direkt weiter musst: nimm lieber die Verbindung, die einen Anschluss später immer noch möglich macht.
4) McFlight-Tipp: In 90 Sekunden zur „sicheren“ Verbindung
Wenn du Flüge nach Dubai oder weiter nach Asien suchst, geh so vor:
- Strecke suchen, dann „Flexible Daten ±2–3 Tage“ aktivieren
- Umkreissuche einschalten (Start- und ggf. Zielregion)
- Filter setzen: max. 1 Stopp, Umsteigezeit ≥ 2:30 h
- Ergebnisse nach kürzester Reisezeit oder frühester Ankunft sortieren
- Danach erst den Preis optimieren (oft sind kleine Datumsverschiebungen der größte Hebel)
5) Was du für den Reisetag einpackst, wenn Umwege wahrscheinlicher sind
Kleines Handgepäck-Setup, das bei längeren Flugzeiten/Stopps Gold wert ist:
- Powerbank + Ladekabel
- leichte Snacks
- leere Trinkflasche (nach Security füllen)
- Basic-Hygiene (Zahnbürste/Deo/Medikamente)
- ein Extra-Shirt (ja, wirklich)
Das klingt banal, aber bei „unerwartet 2 Stunden länger“ macht es den Unterschied zwischen okay und nervig.


