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Flug Vilnius (Litauen)
„Das Rom des Ostens“
An der Mündung der Vilnia in die Neris, nur etwa 40 km von der weißrussischen Grenze entfernt, liegt Vilnius, die ca. 580.000 Einwohner zählende Hauptstadt Litauens.
1316 vom Großfürst Gediminas gegründet, erlebte es eine wechselvolle Geschichte. Unter den Jesuiten, die diesen östlichen Vorposten christlichen Glaubens nicht verlieren möchten, bekommt Vilnius im 16. Jahrhundert sein Gesicht. Prächtige barocke Kirchen und Klöster werden erbaut, und im Jahre 1579 begründen sie die „Vilniaus Universitetas“, die heute älteste Universität im Baltikum und Osteuropa. Gleichzeitig wurde „Wilna“ (deutsch „Wilno“, polnisch „Wilnja“) oder „Wilne“ (jiddisch), wie Vilnius in nicht litauischer Sprache noch genannt wird, das wichtigste Zentrum jüdischer Kultur in Nordeuropa. Von schwedischen Truppen im Großen Nordischen Krieg (1702 – 1707) zerstört, gehörte es ab 1795 bis 1917 zum russischen Zarenreich.
Dann wechselten sich polnische, sowjetische und wieder polnische Besatzung ab, bis 1941 deutsche Wehrmachtstruppen Litauen besetzten und das Ende der jüdischen Kultur mit seinen damaligen über 80.000 Gläubigen bedeutete. Ebenso wurden nach dem 2. Weltkrieg die meisten Polen vertrieben und Litauer vom Lande und Russen besiedelten die Stadt. Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion (1990) entwickelte sich Vilnius innerhalb kürzester Zeit zu einer westlich orientierten und kosmopolitischen Stadt. Seit 2004 gehört Litauen zur EU und zur NATO und wird im Jahre 2009 „Kulturhauptstadt Europas“.
Die Architektur von Vilnius, seit 1994 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, reicht von früher Gotik über die Renaissance, vom Barock bis hin zum Klassizismus und stellt ein in Osteuropa einmaliges Stadtbild dar. Die Wahrzeichen von Vilnius sind die Ruine der Burg von Gediminas aus dem 14./15. Jahrhundert sowie die am Fuße des gleichnamigen Hügels liegende römisch-katholische Kathedrale „Sankt Stanislaus“ mit dem etwas abseits stehenden Glockenturm.
Sehenswert sind weiterhin die gotische St. Annen- und die Bernhardiner-Kirche sowie das Universitätsviertel mit seinen italienisch inspirierten Innenhöfen und der imposanten St. Johannes-Kirche. Ein barockes Meisterwerk ist die St. Peter und Paul-Kirche mit ihrem Bild der „Wundertätigen Madonna“, ein wichtiges Pilgerziel, besonders für polnische Katholiken. Bekannt ist auch das „Tor der Morgenröte“ (Ausros Vartai) und die Kirche des Nationalheiligen St. Kazimir. Viel Flair bieten die schmalen und verwinkelten Gassen der Altstadt, berühmt die Piliesstraße, interessant der zentrale Markt am nördlichen Ufer der Neris und der „Rasu-Friedhof“.
Ein Künstlerviertel der besonderen Art ist der Stadtteil Uzupis (deutsch: Hinter dem Fluss) am rechten Ufer des Flüsschens Vilnele, mit eigenen Gesetzen, eigener Währung und sogar eigenen Briefmarken. Kleinstädtisch und verträumt wirken die pastellfarbenen Häuserfassaden, eine Unmenge Parkbänke locken bei Sonnenschein zum Verweilen und Flanieren auf der Mittelinsel der Vilnia, viel Grün bringt zusätzlichen Charme in diese ein wenig metropolitan wirkende Stadt. Wer einen Blick über die ganze Stadt werfen will, kann dies von der Aussichtsplattform des 326 m hohen Fernsehturms tun.
Das Nachtleben spielt sich rund um den „Boulevard Gediminas Prospekt“ ab, wo in Hinterhöfen urige Kneipen und Künstlerateliers versteckt sind. Handtaschen, Leinenkleidung, Heimtextilien oder Schmuck kauft man am besten in den kleinen Läden der Altstadt. Die großen Einkaufszentren heißen „Europa“, „VUP“, „Plaza“ oder „Gedimino 9“ und bezahlt wird mit der litauischen Nationalwährung Litas (1 Euro = 3,4528 Lt).
Aber auch außerhalb von Vilnius gibt es viel zu sehen: Gotisch und mit roten Backsteinmauern erbaut die Wasserburg Trakai, ca. 30 km westlich der Stadt. Im Grutas-Park in der Nähe des Kurortes Druskininkai findet man einzigartige Skulpturen aus der Zeit der sowjetischen Besatzung in Monumentalgröße – von Stalin, Lenin und anderen sowjetischen „Helden“. Lohnenswert ist auch ein Tagesausflug in die zweitgrößte Stadt Litauens, Kaunas. Einzigartig die Altstadt mit St. Georges-Kirche, den Festungsruinen, der Vytautas-Kirche, dem Perkunas-Haus (Donnerhaus) sowie dem Museum mit den Teufelsfiguren. In der Fußgängerzone „Laisvés Aléja“ (Allee der Freiheit) findet man Boutiquen, Cafés, Straßenhändler und Musikanten. Das Kunstmuseum des bekannten Malers und Komponisten M. K. Ciurlionis begeistert Freunde der Schönen Künste. 20 Fahrminuten nördlich von Vilnius befindet sich der „Europapark“, eine eindrucksvolle Parklandschaft mit Exponaten zeitgenössischer Kunst auf 55 Hektar. Hier soll der geographische Mittelpunkt Europas liegen.
Lassen Sie sich in eine andere Welt entführen. Die pittoreske Altstadt und Shopping in malerischen Gassen im vielfältigen Vilnius werden auch Sie begeistern.



